Foto vom Elbufer aus, mit Blick auf Dresdner Altstadt, Kirschblüten im Vordergrund


Das Netzwerk für Suizidprävention in Dresden (NeSuD)

Hintergrund

Foto von Dresdner Altstadt und Elbe bei Sonnenuntergang


In Deutschland sterben etwa 10.000 Menschen jährlich durch Suizid, unter den 15- bis 25-Jährigen stellt der Suizid weltweit die zweithäufigste Todesursache dar. Im Jahr 2018 nahmen sich nach Angaben des statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen 624 Personen in Sachsen das Leben. Suizidversuche finden weit häufiger statt.

Im Dezember 2017 starteten PD Dr. med. habil. Ute Lewitzka (Werner-Felber-Institut für Suizidprävention und interdisziplinäre Forschung im Gesundheitswesen e.V.), Prof. Dr. Jürgen Hoyer (Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Dresden) und Apl. Prof. Dr. Susanne Knappe (Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Dresden) das Projekt „Netzwerk für Suizidprävention in Dresden“ (NeSuD), welches für drei Jahre durch das Bundesministerium für Gesundheit (Förderkennzeichen: ZMVI1-2517FSB148) gefördert wird. 


Ziele

Foto der Dresdner Frauenkirche mit Bäumen und Blumenbeet im Vordergrund

Ziele des Netzwerkes sind die Steigerung von Wissen über psychische Belastungen und Suizidalität bei Jugendlichen und Erwachsenen, die Aufklärung über professionelle Hilfsangebote und die Überwindung von Barrieren in der Versorgung von suizidgefährdeten Personen. Hierdurch soll die Inanspruchnahme von Hilfen erhöht und die Zuweisung zu professionellen Hilfen verbessert werden.


Aktivitäten

Foto der Semperoper Dresden, Frontalansicht


Zur Realisierung der Ziele werden folgende Maßnahmen umgesetzt:

  • Einführung und Verbreitung einer universellen Präventionsmaßnahmen zur Psychoedukation in weiterführenden Schulen für Jugendliche ab dem 12. Lebensjahr
  • Aufbau eines webbasierten Portals (Hilfeportal) mit zielgruppenorientierten Informationen zu passenden Hilfsangeboten
  • Regelmäßige Treffen zur Vernetzung der verschiedenen Akteure im Bereich Suizidprävention, Analyse der aktuellen Versorgungssituation suizidaler und suizidgefährdeter Menschen sowie Ableitung von Handlungsoptionen zur Überwindung identifizierter Barrieren
  • Öffentlichkeitsarbeit (Medienbeiträge, Fortbildungsveranstaltungen für verschiedene Zielgruppen, wissenschaftliche Publikationen, Teilnahme an Aktionstagen und wissenschaftlichen Kongressen und anderes mehr)


Team

Projektleitung

PD Dr. med. habil. Ute Lewitzka

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

Ihr wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf der Erforschung, der Entstehung und der Prävention suizidalen Verhaltens. Sie leitet die AG Suizidforschung der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsklinik Dresden und betreut hier zahlreiche Forschungsprojekte zu vielfältigen suizidologischen Themen. Sie engagiert sich ehrenamtlich in der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Porträtfoto von PD Dr. med. habil. Ute Lewitzka


Apl. Prof. Dr. Susanne Knappe

Psychologische Psychotherapeutin

Susanne Knappe leitet die Arbeitsgruppe „Seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ am Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Technischen Universität Dresden sowie die Ambulanz für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (IAP-TU Dresden GmbH). Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in der Klinischen Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, in den Bereichen Epidemiologie psychischer Störungen (i.B. Beginn und Verlauf von Angststörungen), familiäre Transmission psychischer Störungen, Diagnostik psychischer Störungen und Psychometrie sowie der Versorgungsforschung und Prävention.

Porträtfoto Apl. Prof. Dr. Susanne Knappe


Prof. Dr. Jürgen Hoyer

Psychologischer Psychotherapeut

Jürgen Hoyer ist Professor für Behaviorale Psychotherapie an der Technischen Universität Dresden und Leiter der Institutsambulanz und Tagesklinik für Psychotherapie der TU Dresden. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Psychotherapieforschung, Generalisierte Angststörung, Soziale Angststörung, Verhaltensaktivierung und Sexuelle Störungen.

Porträtfoto Prof. Dr. Jürgen Hoyer


Projektmitarbeiter*innen

M.Sc.-Psych. Luna Grosselli, Dipl.-Psych. Julia Baumgärtel, B.Sc.-Psych. Janice Bresch, B.Sc.-Psych. Melissa Daugelat, M.Sc.-Psych. Anabel Söhlemann, Torsten Tille (Programmierer), Dr. Michael Höfler


Ehemalige Projektmitarbeiter*innen

M.Sc.-Psych. Amal Kebir, M.Sc.-Psych. Franziska Dietzsch, B.Sc.-Psych. Maximilian Ehlers, M.Sc.-Psych. Kristina Herzog, M.Sc.-Psych. Wibke Naumann


Herzlichen Dank

Zum Gelingen der Arbeit des Projektes Netzwerk für Suizidprävention in Dresden tragen zahlreiche Akteure bei. Wir möchten uns recht herzlich für die Zusammenarbeit und das Engagement im Bereich Suizidprävention bedanken.


Statistisches Bundesamt (Destatis). (2020). Todesursachenstatistik: Vorsätzliche Selbstbeschädigung. Tabellencode 23211-0003. Zugriff am 11.11.2020 unter https://www-genesis.destatis.de/genesis/online?operation=abruftabelleBearbeiten&levelindex=1&levelid=1605108384076&auswahloperation=abruftabelleAuspraegungAuswaehlen&auswahlverzeichnis=ordnungsstruktur&auswahlziel=werteabruf&code=23211-0003&auswahltext=&werteabruf=Werteabruf#abreadcrumb

Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen. (2020). Medieninformation. Zugriff am 11.11.2020 unter https://www.statistik.sachsen.de/download/presse-2020/mi_statistik-sachsen_123-2020_suizide-1999-2018.pdf

Weltgesundheitsorganisation. (2014). Preventing Suicide: A global imperative. Verfügbar unter https://www.6who.int/mental_health/suicide-prevention/world_report_2014/en/. Dt. Übersetzung: Stiftung Deutsche Depressionshilfe. (2016). Suizidprävention: Eine globale Herausforderung. Zugriff am 19.12.2019 unter https://www.deutsche-depressionshilfe.de/forschungszentrum/suizidpraeventionsbericht-who


Positionspapier

In Zusammenarbeit mit verschiedenen regionalen Akteuren wurde im Januar 2020 ein Positionspapier zur Versorgungssituation suizidaler und suizidgefährdeter Menschen in Dresden verabschiedet. Dem Dokument liegt eine Stellungnahme von Betroffenenverbänden bei. Gern kann das Positionspapier über die jeweiligen Netzwerke verbreitet werden.

Wir möchten auch anbieten, das Positionspapier als Unterstützung für Förderanträge oder Stellungnahmen zu nutzen. Sollten hierfür Änderungen oder Erweiterungen des Textes notwendig sein, ist eine vorherige Absprache durch die Netzwerkverantwortlichen erforderlich, da eine solche Änderung mit den Unterzeichnenden abgestimmt werden muss.

Positionspapier zur Versorgungssituation suizidaler und suizidgefährdeter Menschen in Dresden:


Foto Ute Lewitzka: © Roger Günther; Foto Susanne Knappe: privat; Alle anderen Fotos auf dieser Seite: © Janice Bresch