Collage mit drei Fotos: Foto 1 zeigt Frau, die telefoniert, im Hintergrund sind Regale mit Ordnern zu sehen; Foto 2 zeigt Hände eines Mannes, die auf einer Laptoptastatur tippen; Foto 3 zeigt Frau von hinten im Gespräch mit einer zweiten Frau, die gegenüber in einem Sessel sitzt

Für Fachpersonen

Dieser Bereich richtet sich an Personen, die beruflich oder ehrenamtlich mit suizidalen Personen in Kontakt kommen. Dies können beispielsweise Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in sozialen Einrichtungen, in Schulen, in der Alten- und Krankenpflege, im medizinischen und therapeutischen Bereich, in der Seelsorge oder bei Polizei und Feuerwehr sein.

Informationen oder die Wahrnehmung eines (Beratungs-) Angebotes können Fachpersonen dabei unterstützen, auf suizidgefährdete Personen aufmerksam zu werden und Suizidgedanken offen anzusprechen. Solch ein Gespräch kann eine erste Entlastung für die betroffene Person bringen und den Weg für weitere Schritte aus der Krisen ebnen.


One line drawing (Einlinienzeichnung) von einem Mann und einer Frau, die sich unterhalten

Prävention – Fragen Sie nach!

Suizidalität ist das Ergebnis eines Zusammenspiels verschiedener Faktoren. Wichtig ist bei Verdacht auf Suizidalität, wenn ein oder mehrere Risikofaktoren zutreffen und insbesondere, wenn Vorboten und Signale auftreten, immer direkt nachzufragen.

Sorgen Sie für eine angenehme Gesprächsatmosphäre, erkundigen Sie sich nach dem Befinden der Person und fragen Sie im weiteren Gesprächsverlauf direkt, ob die Person unter Suizidgedanken leidet. Dies kann z.B. durch eine Frage wie „Haben Sie Gedanken, dass das Leben keinen Sinn mehr macht?“ geschehen. Weitere Hinweise für solch ein Gespräch können Sie dem Gesprächsleitfaden „Suizidale Menschen in der Apotheke“ (pdf), welcher auch für andere Berufsgruppen geeignet ist, entnehmen. Am wichtigsten ist es hierbei, Suizidgedanken nicht mit eigenen Maßstäben zu bewerten, sondern diese vorurteilsfrei anzunehmen. Wenn man mit suizidalen Menschen über dieses Thema in ein Gespräch kommt, erfährt man oft, dass diese so nicht mehr weiterleben wollen.

Die nächsten Schritte orientieren sich an der aktuellen Gefährdung der Person:

Bei akuter Suizidalität mit drängendem Handlungsdruck, nach einem Suizidversuch oder bei psychotischer Symptomatik kann zum Schutz der betroffenen Person eine stationäre Behandlung in einem psychiatrischen Krankenhaus notwendig sein.

Bejaht eine Person Suizidgedanken oder –pläne ohne akuten Handlungsdruck sind regelmäßige und verbindliche Kontakte und Zeit für Gespräche, bei der die betroffene Person über Belastungen sprechen kann, wichtig. Dieses Unterstützungsangebot können ggf. Sie als Fachperson unterbreiten oder bei der Vermittlung an ein anderes passendes Hilfsangebot unterstützen.


Lindner, R., Hery, D., Schaller, S., Schneider, B. & Sperling, U. (Hrsg.) (2014). Suizidgefährdung und Suizidprävention bei älteren Menschen: Eine Publikation der Arbeitsgruppe „Alte Menschen“ im Nationalen Suizidpräventionsprogramm für Deutschland. Heidelberg: Springer Verlag.

SUPRA Suizidprävention Austria. (2015). Wenn ein Mensch daran denkt, sich das Leben zu nehmen – Was kann ich tun? Ein Wegweiser zur Suizidprävention. Zugriff am 10.11.2020 unter https://www.gesundheit.gv.at/leben/suizidpraevention/anlaufstellen/broschueren-links


One line drawing (Einlinienzeichnung) von einem Bücherstapel

Literatur zum Thema Suizidalität

Chehil, S. & Kutcher, S. (2013). Das Suizidrisiko: Abschätzung der Suizidgefahr und Umgang mit Suizidalität. Bern: Huber.

Forkmann, T., Teismann, T. & Glaesmer, H. (2016). Diagnostik von Suizidalität. Göttingen: Hogrefe.

Teismann, T. & Dorrmann, W. (2014). Suizidalität. Göttingen: Hogrefe.

Teismann, T. & Dorrmann, W. (2015). Suizidgefahr? Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige. Göttingen: Hogrefe.


Alle Fotos auf dieser Seite: © Janice Bresch; Grafik „Mann und Frau im Gespräch“: © Singleline/Shutterstock.com; Grafik „Bücherstapel“: © OneLineStock.com/Shutterstock.com